Die Hüftprothese

Das Endoprothesenzentrum verwendet verschiedene Modelle künstlicher Hüftgelenke. Im Rahmen des ausführlichen Beratungsgespräches in unserer Ambulanz werden die verschiedenen Vor-, aber auch Nachteile der einzelnen Implantate und Vorgehensweisen erörtert und gemeinsam mit dem Patienten das für den Einzelfall ideale Implantat gewählt. Die letztendliche Entscheidung des verwendeten Prothesenmodells wird abschließend sowohl bei der präoperativen Planung als auch während der Operation überprüft.

Weitaus am häufigsten wird eine zementfreie Implantation des Kunstgelenks vorgenommen. Als Implantat pfannenseitig wird ein modernes hochvernetztes Polyethylen mit einer Titanrückfläche verwendet, die "press fit" eingebracht wird. Diese Kunstpfanne verklemmt fest im knöchernen Lager und der Knochen wächst binnen weniger Wochen fest an das Titan an.

Im Oberschenkel wird ein zementfreier Kurzschaft eingebracht. Dieser "optimys" Kurzschaft ist speziell designed, um die ursprüngliche Anatomie des Gelenks zu rekonstruieren. Dies vermeidet wesentliche Beinlängendifferenzen und reduziert erheblich die Gefahr einer Verrenkung des Gelenks nach der Operation. Dieser Schaft ist ideal geeignet für minimal invasive Zugänge- wie den Wiesbadener Zugang- der völlig ohne Muskelablösungen auskommt und auch die knöchernen Strukturen schont.

Auf diesen Schaft kommt eine Keramikkugel, die mit der Hüftpfanne abriebarm fungiert. Die Kombination Keramikkopf mit hochvernetztem Polyethylen als Gelenkpartner hat einen sehr geringen Verschleiß, was für die Dauerhaftigkeit wichtig ist.

Das umfassende Patienten-Handbuch zum Hüftgelenk-Ersatz
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Die Abbildung zeigt die am meisten eingesetzte Kombination:

Pressfit hochvernetzte, mit Vitamin E als Antioxydans angereicherte, Polyethylenpfanne mit rückseitiger Titanauflage zum Anwachsen an den Knochen.
Keramikkugel zur Minimierung des Verschleisses. Knochensparender Kurzschaft aus Titan.

Digitale Planung einer zementfreien Kurzschaftprothese

1. Beckenknochen
2. Zementfreie Hüftpfanne, aus hochvernetztem Poyäthylen mit Titanrückfläche
3. Kurzschaft "optimys" ebenfalls aus Titan mit aufgesetztem Keramikkopf mit kurzen Hals
4. Oberschenkelknochen (Femur)

Die zementierte totale Hüftgelenks- Endoprothese (TEP)
Bei einer zementierten Hüftgelenks-Prothese werden die Implantate mit einem Zement (Synonym Knochenzement) im Knochen verankert. Dieser Zement funktioniert im Sinne einer Zwei-Komponenten-Verbindung und besteht aus der chemischen Substanz Poly-Methyl-Metacrylat (PMMA). Der Vorteil der zementierten Hüftgelenks-Endoprothetik liegt eindeutig in der hohen Primärstabilität. Damit kann der Patient von einer schnellen Rehabilitation profitieren. Bei den Materialien handelt es sich bei der Pfanne um den hochwertigen abriebsarmen Kunststoff Polyethylen. Der Schaft besteht aus hochwertigen Edelstahl mit einer Kobalt-Chrom Schmiedelegierung.

Digitale Planung einer zementierten Hüftprothese

1. Beckenknochen
2. Hüftpfanne, bei einem zementierten Modell aus Kunststoff (Polyäthylen)
3. Schaft der Hüftprothese, bei einem zementierten Modell aus einer Edelstahllegierung
4. Oberschenkelknochen (Femur)
 
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Der Kurzschaft "optimys" kann muskelschonend und knochensparend implantiert werden.

Zementfreie Prothesen wachsen direkt am Knochen fest und sind initial bereits belastbar.

Vorteil der zementierten Endoprothetik ist die sofortige Belastbarkeit auch bei schwerer Osteoporose!