NEU 11/2016: kniemobile+
Modernes Therapiekonzept zur effizienten und sicheren
Genesung bei Kniegelenkersatz
Patienten-Handbuch
(PDF)


Die Knieprothese


Grundsätzlich bietet das Deutsche Endoprothesenzentrum verschiedene Modell künstlicher Kniegelenke an. Im Rahmen des ausführlichen Beratungsgesprächs in unserer Ambulanz werden die verschiedenen Vor-, aber auch Nachteile der einzelnen Prothesenmodelle erörtert und gemeinsam mit dem Patienten das für den Einzelfall ideale Implantat gewählt. Die letztendliche Endscheidung des verwendeten Prothesenmodells wird abschließend während der Operation überprüft.

Der bikondyläre Gelenkflächenersatz (bandgeführte Knie-TEP)
Bei diesem Prothesentyp wird vom Prinzip eine neue Beschichtung der Gelenkflächen vollzogen. Mit speziellen Mess- und Zielinstrumenten gelingt es unter Erhalt der Anatomie die geschädigten Knorpelflächen abzutragen. Danach werden passgerecht die Prothesenkomponenten auf die knöcherne Kontur gesetzt. Zwischen der Oberschenkelkomponente und der Unterschenkelkomponente wird ein Kunststoffeinsatz als Meniskus eingesetzt. Die Besonderheit bei diesem Prothesentyp ist, dass bis auf das vordere Kreuzband alle Bandstrukturen des Kniegelenks erhalten bleiben und somit die anatomische Basis für eine optimale Funktionalität geschaffen wird. Je nach individueller Situation des Patienten besteht zusätzlich die Möglichkeit, auch die Rückfläche der Kniescheibe mit einem Kunststoff zu beschichten. Dies ist jedoch meistens nur bei einer sehr ausgeprägten Arthrose an der Gelenkfläche der Kniescheibe notwendig. Zur guten knöchernen Integration werden alle Komponenten zementiert, so dass das Risiko einer Lockerung sehr minimiert wird. Die Materialien setzen sich aus hochwertigen Metallen und einem abriebarmen Kunststoff (Polyethylen) zusammen. Nicht nur für junge und aktive Patienten besteht die Option zum Einsatz für das Material Oxinium, das aufgrund seiner natürlichen Härte bei gleichzeitiger Abriebsicherheit ein langlebiges Material darstellt. Oxinium ist eine Legierung aus Zirkonium und Niob mit einer Keramikoberfläche. In Kombination mit modernen, abriebarmen Polyethylenen (sog. HXLPE) kann Materialverschleiß fast komplett reduziert werden.

Abbildung der Komponenten einer Knieprothese / künstliches Kniegelenk

> Oberschenkelkomponente aus abriebarmem Edelstahl oder alternativ aus Oxinium
> Kunstoff-Inlay aus abriebarmem
Polyäthylen
> Unterschenkelkomponente aus Titan

Der unikondyläre Gelenkflächenersatz (Schlitten-Prothese)
Häufig entwickelt sich am Kniegelenk eine Situation mit einer begrenzten Arthrose an umschriebener Stelle. Um zu vermeiden, dass z.B. wie bei Anwendung eines bikondylären Gelenkflächenersatzes (vollständiger Gelenkersatz) dann auch gesunde bzw. nicht betroffene Gelenkflächen abgetragen werden, kann bei strenger Indikationsstellung eine unikondyläre Schlittenprothese zum Einsatz kommen. Das Prinzip entspricht dem des Gelenkflächenersatzes, wobei der Schlitten nur am halben Kniegelenk eingesetzt wird. Bei diesem Prinzip bleiben alle Bänder (Seitenbänder, vorderes und hinteres Kreuzband) erhalten; somit kann bei optimaler Funktionalität ein maximales Bewegungsspektrum erreicht werden. Unabdingbare Voraussetzung für die Implantation einer unikondylären Schlittenprothese sind intakte Gelenkknorpel-Verhältnisse an den anderen nicht betroffenen Kompartimenten. Deshalb ist bei der Überprüfung der Indikation notwendig, dass spezielle Röntgenaufnahmen unter Belastung angefertigt werden. Wie beim bikondylären Gelenkflächenersatz bestehen die Materialien aus einem hochwertigen Metall für die Gelenkflächen und einem abriebarmen Kunststoff (Polyethylen) für den künstlichen Meniskus.


Abbildung der Komponenten Schlittenprothese

> Oberschenkelkomponente aus
abriebarmem Edelstahl
> Kunstoff-Inlay aus abriebarmem
Polyäthylen
> Unterschenkelkomponente

Auch die unikondylären Schlittenprothesen sind mit der Materialpaarung Oxinium und HXLPE verfügbar. Somit kann auch beim unikondylären Schlitten für Patienten mit Metallallergien ein Implantat zur Verfügung stehen. Neue Operationstechniken: Seit einigen Jahren besteht technisch die Möglichkeit, mit sogenannten Individualinstrumenten, die einmalig zur Anwendung kommen, die einzelnen Operationsschritte durchzuführen. Ob diese Techniken langfristig zu besseren Ergebnissen führen, ist noch nicht endgültig durch Studien gesichert. Eigene Erfahrungen zeigen jedoch, dass der Knochen, insbesondere die tiefen Markhöhlen, nicht mehr invasiv eröffnet werden müssen.

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Bei einer Knieprothese werden die Gelenkflächen mit einer künstlichen
Beschichtung überzogen.

Für eine Schlittenprothese müssen
gute Bandverhältnisse vorliegen.

Eine Scharnierprothese bringt viel Stabilität, da sie auch die Funktion der Bänder ersetzt.