Revisionsendoprothetik

Wenn Gelenkprothesen plötzlich Beschwerden bereiten, können die Ursachen unterschiedlich sein. Häufig ist Verschleiß nach jahrelangem Gebrauch die Ursache. Durch Abrieb können Implantate ihren Halt im Knochen verlieren und auslockern. Dies führt zu zunehmenden schmerzhaften Beschwerden, Instabilitätsgefühl und eingeschränkter Belastungsfähigkeit des Gelenks. Die Diagnose wird anhand der körperlichen Untersuchung und mit Hilfe bildgebender Verfahren gestellt. Maßgeblich ist zunächst das Röntgenbild. Aber auch weitere Untersuchungen wie die Computertomographie (CT) oder Skelettszintigraphie kommen zur Anwendung. Bei bestätigtem Verdacht einer Prothesenlockerung wird dann eine individuelle Therapie geplant. Hierbei ist es möglich, entweder nur bestimmte Komponenten einer Endoprothese zu ersetzen oder aber einen kompletten Wechsel durchzuführen. Die individuelle Konstellation entscheidet darüber, ob beim Wechsel Standardimplantate, sogenannte Revisionsimplantate oder Sonderimplantate nach individueller Anfertigung zum Einsatz kommen.

Ebenfalls können Bakterien Ursache eines Prothesenversagens sein. Bei plötzlich auftretenden schmerzhaften Schwellungen mit Rötung und Überwärmung sollte das Gelenk auf einen möglichen Infekt hin untersucht werden. Hierbei kommt der Bestimmung der Blutwerte sowie des zu Grunde liegenden Erregers eine zentrale Bedeutung zu. Auch hier bestimmt die individuelle Konstellation aus Vorgeschichte, knöcherner Situation, Resistenzstatus des Erregers sowie Vorhandensein weiterer Nebenerkrankungen des Patienten unsere Therapie maßgeblich. Nur in seltenen Fällen kann ein infiziertes Kunstgelenk erhalten werden. In der Regel ist eine Entfernung der Prothese erforderlich. Bei Vorliegen von Keimen, die gut auf Antibiotika ansprechen, ist das Einsetzen einer neuen Prothese noch in der gleichen Operation möglich. Bei Problemkeimen kann es allerding auch erforderlich sein, zunächst einen provisorischen Platzhalter aus Antibiotikazement im Gelenk zu belassen und erst nach vollkommener Ausheilung der Infektion in einer zweiten Operation ein neues Kunstgelenk einzusetzen. Häufig kommen in solchen Fällen spezielle Revisionsimplantate zur Anwendung. Erfahrene Operateure beraten Sie in unserer Sprechstunde und erstellen mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan.



 

Ausgangssituation:

Die Knieprothese hat sich im Unterschenkelbereich gelockert, Der Stiel wandert aus dem Knochen an der Spitze nach seitwärts heraus. Dadurch verbiegt sich die Beinachse und eine O-Bein Fehlstellung entsteht.
 
Therapie:

Austausch des Unterschenkelteils der Knieprothese durch eine Prothese mit längerem Schaft. Damit wird die Schwachstelle des Knochens überbrückt und die Belastungsfähigkeit ist wieder hergestellt.